Routenänderung und vermeintliche Probleme

Hier sind wir gerade GPS: 41.352952,1.720574

Auf unserer gestrigen Fahrt hatten wir wieder vermehrt Ölverlust aus der Getriebeentlüftung, was mich zunehmenst nervöser machte, da ich mir einfach nicht erklären kann, warum so „viel“ Öl austreten kann. Im Normalfall ist dies nur möglich, wenn das Getriebe zu warm wird. Wann wird ein Getriebe zu warm? Wenn es übermäßig stark beansprucht wird, oder wenn zu viel Reibung erzeugt wird, heisst, wenn sich ein Defekt ankündigt. Keine guten Voraussetzungen um in der Nacht über spanische Landstrassen zu fahren wie ich finde😐. 

Das Thema lässt mir keine Ruhe und mit jedem Kilometer höre ich neue Geräusche die mir Sorgenfalten ins Gesicht treiben! Der G wird uns doch wohl nicht im Stich lassen??? Ich beschließe einfach nicht mehr hinzuhören und positiv zu denken, was mir allerdings nur wenige Kilometer lang gelingt. Was nun? Mit solch einem Problem eine Meecedes Werkstatt zu kontaktieren ist sinnlos, bis auf ein Verkaufsgespräch für ein neues Auto wird da nichts herauskommen. Ich brauche einen Spezialisten. Der dürfte allerdings um 19:00Uhr nur schwer zu finden sein. Da fällt mir Dr. Hans Hehl ein. Er ist Spezialist und betreibt eine sehr informative Internet Seite, auf der er viele Erfahrungen teilt. Ich schreibe ihm eine E-Mail und hoffe auf Rasche Rückmeldung. Um ein zweites Eisen im Feuer zu haben, trete kurzerhand  noch schnell dem Offroad Forum bei und poste einen neuen Thread mit meinem Hilferuf.

Kaum zu glauben, aber wenige Minuten später bekomme ich die ersten Rückmeldungen von beiden Seiten. Mich freut die Hilfsbereitschaft ungemein, allerdings können mich die Tips nicht wirklich zufrieden stellen, weil sie mir einfach nicht einleuchten. Nichts zu tun ist aber auch keine Lösung. Ich beschließe, dass es wichtig ist festzustellen wie viel Öl tatsächlich austritt. Kurzerhand ist ein Auffangbehälter mittels Wasserflasche,  Schlauch und Kabelbinder „konstruiert“. 

Wir fahren 300km weiter bis Valencia zu unserem Hotel. Gespannt öffne ich die Motorhaube und schaue in meinen Auffangbehälter…Es befinden sich ca. 10ml in dem Gefäß , also im Prinzip nix!

Ich bin mehr als beruhigt und wenn ich jetzt so über alle Geräusche der letzten Stunden nachdenke, so muss ich sagen: Das Auto hört sich seit 7500km genau gleich an😀😀😀. Es ist eben ein richtiger Traktor von solider Mercedes Qualität. Der rüttelt und schüttelt, knattert und rappelt, aber er hält. Wir legen uns beruhigt in ein festes Bett mit 25°C Zimmertemperatur und Toilette in 2m Entfernung schlafen. Zu blöd, dass ich in der Nacht nichtvwach werde und zum pinkeln muss….so konnte ich den Luxus gar nicht genießen 😉

Heute morgen haben wir zum ersten Mal seit 3 Wochen wieder Nachrichten geschaut und uns über die Wetterverhältnisse in Europa informiert. Sehr zu unserem Leidwesen hörten wir von Kälte und Sturm, sowie Regen und Schnee. Das sind nicht die Bedingungen, die wir uns für unsere Rückfahrt vorgestellt haben, auch wenn wir mit nichts anderem gerechnet haben😉.

Ein Blick in die Landkarte und weitere Wettermeldungen haben uns bewegt unsere Route zu ändern, umso lange wie möglich das schöne Wetter und die Landschaft zu genießen. 

So werden wir heute bis Montpellier fahren, von da aus weiter an der Cote Azur  zum Lago Maggiore reisen, wo wir dann morgen übernachten. Am 6.01. überqueren wir dann die italienischen  Alpen bei schönstem Wetter und herrlichem Blick auf den Neuschnee. Wir empfinden auch das als eine phantastische Abrundung unseres Trips.

Der ungemütliche Teil wird dann folgen, wenn wir wieder auf deutschen Autobahnen fahren müssen…davor graut mir bereits!

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