Kiten in Viganj Teil2

Nach unserem ersten Kite-Tag gehen wir am Abend noch gemeinsam mit Anika und Maxime zum Essen. Wir haben sehr nette Gespräche, aber natürlich lassen wir auch gemeinsam den ersten Tag auf dem Wasser, oder auch unter Wasser, Revue passieren. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht, aber für alle war es ein Tag mit den unterschiedlichsten Gefühlen. Von Aufregung, Angst, Respekt, Ehrfurcht und Spaß ist alles vertreten.

Am nächsten Morgen steht eine weitere Stunde Theorie an. Wir werden unterwiesen wie man den Kite aufbaut, die Leinen auslegt, was es bei der Ablage am Strand zu beachten gibt und zum guten Schluss in die Safety Features des Trapezes eingewiesen. Dabei wird uns allen immer mehr bewusst, dass ein Kite mit ca. 10 – 12 qm Fläche nicht zu unterschätzen ist und speziell an Land auch gefährlich werden kann, wenn man sich nicht penibel an die Regeln hält und vorsichtig ist.

Dann heißt es wieder warten auf Wind. In der Regel weht am Vormittag der „Jugo“ von Süden und am Nachmittag der „Maestral“ aus Norden. Beides sind thermische Winde die auch zeitweilig zu gleichen Zeit wehen können. Es ist wirklich unglaublich anzusehen, dass Fahnen, die ca. 300 Meter auseinander stehen genau um 180° gedreht im Wind flattern. leider erreicht der Wind an diesem Tag die 8kt Grenze nicht und es bleibt beim „Warten“.

Am nächsten Morgen kommt dann der erhoffte Anruf der Schule. Um 11:00 Uhr ist der „Jugo“ dann stark genug und wir können mit einem 17 qm Kite auf’s Wasser. 3 Tage zuvor waren wir noch mit einem 9 qm Kite unterwegs gewesen…

Die Mädels gehen auf ihr Boot, während Maxime und ich uns das andere Boot teilen. Er macht den Anfang und obwohl der Wind wirklich nicht stark ist gelingen ihm die ersten 100 m Gleitfahrt. Natürlich sieht es noch alles etwas dem Zufall überlassen aus, aber immerhin, die ersten Meter sind gemacht. Dann bin ich an der Reihe, sitze mit dem Kite vorn am Bug, ziehe die Bar nach unten, gebe Power, hüpfe ins Wasser und halte dabei aber leider nicht lange genug auf der Power Stellung. Der Schirm steigt zu hoch um dann einen kurzen Moment später direkt vor mir ins Wasser zu fallen. Er liegt auf dem Kopf und der Wind zieht mächtig an dem Kite, den Leinen und am Ende wieder an mir. Es kommt das gleiche Gefühl wie zwei Tage zuvor in mir auf und ich bekomme wieder Angst. Anscheinend reagiere ich auf dieses Gefühl, wenn etwas an mir im Wasser zieht was ich nicht kontrollieren kann, anders als die Anderen. Im Grunde völliger Quatsch, denn es kann nichts passieren, wenn man die Bar einfach loslässt, aber ich kann das nicht abstellen…

Der Tag ist für mich gelaufen und ich gebe auf. Es liegt nicht an mangelndem Ehrgeiz, sondern einfach nur an diesem blöden Gefühl. So gerne hätte ich auch einige Meter zurückgelegt wie die Anderen, aber ich muss mich damit abfinden, dass es nicht geht. Ich beschließe von Board zu gehen, weiß aber heute schon, dass ich es wieder versuchen werde…vielleicht in einem Stehrevier wie Fehmarn, wo man eher mehr Kontakt zum Boden hat.

Marina geht es ganz anders als mir. Natürlich hat auch sie Respekt vor dem Ganzen und ist wie immer etwas aufgeregt, aber sie hat keine Angst wenn sie ins Wasser fällt und der Kite zieht. Das wird direkt belohnt und sie legt die ersten Meter auf dem Brett zurück.

Die ersten Meter auf dem Kite

Die nächsten beiden Tage vergehen mit dem berühmten „Warten auf Wind“. Es braucht konstante 9 kt Wind. Zumeist ist am Nachmittag etwas mehr Wind, aber es reicht nicht wirklich. Zwar macht Marina mit einem 17 qm Kite einige Versuche, die aber scheitern. Dann endlich ist es soweit! Der Maestral bläst konstant mit 10kt. Es klingelt das Telefon und Marina soll in 15 min an der Schule sein. Kurze Zeit später sitzt sie schon im Boot und fährt raus. Ich hingegen schnappe mir unser kleines Schlauchboot und folge ihr, um einige Aufnahmen vom Wasser aus machen zu können. Da ich jedoch nicht ganz nah heranfahren kann, sind auf den Videos nur kleine Punkte zu erkennen. Egal, ich bin zumindest dabei und schaue mir die Fortschritte an. Zum Glück hat Marina die GoPro mit dabei und liefert somit später dann die Beweise 🙂

Das viele Üben hat sich gelohnt!

Glücklich bekommt Marina ihren Kite-Schein ausgestellt und ist froh sich immer wieder aufgerafft zu haben, trotz einiger geschluckten Liter Salzwasser.

Unsere beiden Weggefährten aus Hamburg, Anika und Maxime, verzeichnen die gleichen Erfolge am letzten Tag und gemeinsam sitzen wir am Abend noch fachsimpelnd in der Strand-bar.

Wohin uns der Weg führen wird muss man abwarten, aber die Kite-Schule hat uns empfohlen eine gebrauchte Ausrüstung zu kaufen und auf Fehmarn in einem Stehrevier weiter zu üben.

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