Planung der Elektrik

Einer der wichtigsten und kompliziertesten Aufgaben beim Bau des Expeditionsmobils  ist die Auslegung der elektrischen Anlage. Im Grunde ist es einfach…aber nur dann, wenn man über das nötige Kleingeld verfügt! Es ist kein Problem hier mehr Geld auszugeben, als für die „Rohkabine“ selbst.

Wichtig ist in unseren Augen zunächst zu definieren, was man überhaupt brauchen wird. Dazu muss man wissen, welche Reisen man machen wird…ist ja auch einfach zu wissen, was man in den nächsten 10 Jahren so tun wird…ist es nicht! Grundsätzlich gilt für uns jedoch der Leitsatz: Kaufst du billig, kaufst du min. 2x! Also werden wir hochwertige Komponenten verbauen und wenn das Geld nicht reicht, dann werden wir eben etwas eingeschränkt sein, aber das spart in jedem Fall mehr Geld, als würden wir versuchen alles auf einmal zu kaufen um später festzustellen, dass Modifikationen notwendig werden!

Was sind die Ansprüche an unsere elektrische Anlage?

  • Wir wollen eine 24V Anlage, da auch die LiMa 24V liefert.
    • geringe Kabelquerschnitte erforderlich
    • schnelle Ladezeit über die LiMa des Fahrzeugs
    • weniger Verlust bei der Wandlung auf 230V
  • Wir wollen nur elektrische Verbraucher und werden kein Gas verbauen
  • Wir müssen maximal 1-2 Tage autark sein
  • Wir werden einen kleinen mobilen Generator mitführen um Strom zu erzeugen
  • zu einem späteren Zeitpunkt wollen wir Solar verbauen

Welche elektrischen Komponenten müssen wir betreiben?

Keines der Geräte hat mehr als 2000W, so dass wir mit einem Wechselrichter, der eine Dauerleistung von 3000W hat, auskommen werden.

Wir haben uns für den MultiPlus 24V/3000/50-50 von Victron energy entschieden, da wir dieses Produkt in der 12V Variante bereits kennen und damit mehr als zufrieden sind. Besonders interessant sind die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten und die App, mit der sich das Gerät überwachen und einstellen lässt. Das spart teure Anzeigegeräte und bietet eine deutlich umfangreichere Information.

Hier findet man eine ausführliche Broschüre mit allen informationen als pdf.

Wechselrichter / Ladegerät Kombination Victron Energy
Victron ernergy App

Eine tatsächlich schwierige Aufgabe ist die richtige Wahl der Batterien. Nachdem wir uns intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben, kommen wir zu dem Schluss, das eine Lithium Batterie das Beste ist…wenn da der hohe Anschaffungspreis nicht wäre. Selbst wenn die Berechnung von Kapazität und Ladezyklen eindeutig für diese variante sprechen, so sind für diese Batterien ml schnell 5000,-€ ausgegeben. Zwar hat man dann vermutlich die nächsten 7 Jahre Ruhe, aber man ist eben auch einige tausend Euro ärmer!!!

AGM Spiral Batterie „OPTIMA“ yellow top

Da wir davon ausgehen, dass sich auf diesem Sektor in den nächsten Jahren einiges in der Entwicklung tun wird und damit sicherlich auch die Preise sinken, werden wir auf eine AGM Variante von Optima vertrauen. Wir werden zunächst 4x Optima red Top mit je 65Ah verbauen und glauben damit zunächst gerüstet zu sein. Diese variante liegt bei ca 1000,-€ und wir uns ausreichen…und wenn es eng wird, dann wird eben kalt geduscht 🙂

 

2 Gedanken zu „Planung der Elektrik

  1. Michael Antworten

    Hallo Michael, ich denke gerade auch über den Punkt “schnelle Ladung der Aufbaubatterien über die Lichtmaschine nach” und stehe im Moment vor der Frage, ob es ein A2B oder B2B Lader werden soll. Da auch wir 24V im Aufbau realisieren wollen, habe ich zumindest bei den A2B (Alternator to Battery) nur bei Sterling ein Gerät gefunden, das wählbare Ladekennlinien hat inkl. einer für LiFePO Batterien. Das interessante ist der deutlich höhere Ladestrom. Eingangsseitig kann deren A2B 200A verarbeiten. Der entsprechende B2B von Sterling nur 35A. Der Votronic B2B 24/24V kann Ausgangsseitig 25A. Ich konnte bei Sterling keine Angaben zum maximalen Ausgangsstrom finden, denke aber, dass abzüglich der Wandlungs- und Regelungsverluste der Ausgangsstrom nur geringfügig niedriger als der Eingangsstrom sein dürfte. Hast Du Dich bzgl. der Ladetechnik von der Lichtmaschine / Starterbatterie zu Aufbaubatterie schon festgelegt?

    PS: Kennst Du zufällig den maximalen Ausgangsstrom der Atego Lichtmaschine. Unser Auto steht gerade im Kölner Süden, so dass ich nicht nachschauen kann.

    LG aus Köln,

    Michael

    • MiW Autor des BeitragesAntworten

      Hallo Michael,
      um ehrlich zu sein bin ich an diesem Punkt noch nicht wirklich angelangt. Fest steht nur, das wir auf die Lithium Akkus zunächst verzichten werden. Ich denke, dass die Entwicklung hier in den nächsten Jahren noch schnell weitergehen wird; D.h. die Akkus werden leistungsfähiger und vor Allem auch günstiger. Wie schon gesagt, die AGM Batterien von Optima sind für uns die erste Wahl, weil erschwinglich und die Kosten pro KW sind über die Zeit identisch. Wenn ich davon ausgehe, dass wir das WoMo im Jahr ca. 6-8 Wochen nutzen werden, so habe ich sicher die nächsten 5 – 7 Jahre was davon und wer weiß, was sich in der Zeit alles entwickelt hat! Bezüglich der Ladung gehe ich derzeit davon aus, dass wir eine A2B Lösung machen werden. Ich tendiere dazu ein Trennrelais von Victron zu verbauen und einen Batterie Balancer, der alle Batterien auf dem gleichen Stand hält. Das ist denke ich sehr wichtig. Wenn ich von unserer letzten Tour ausgehe, so haben wir nie länger als 2 Tage autark gestanden und wir sind dann zwischen den Tagen auch wieder viel gefahren, wo sich die Batterien dann wieder über die LiMa gut aufladen. Ich bin mir nicht sicher, gehe aber davon aus, dass die LiMa sicher 80 Ah laden kann. Das Ganze bei 24Volt reicht dann sicher aus, die Aufbaubatterien schnell zu laden, da die Fahreugbatterien ja kaum beansprucht werden und somit der Balancer die ganze Leistung in die Aufbaubatterien schickt. Außerdem steht man dann auch wieder mal auf einem Camping- oder Stellplatz, wo ich ohnehin Strom habe und schnell laden kann. In eurem Fall wird ja auch noch über Solar geladen! Somit solltet ihr gar keine Probleme haben. Dazu kommt noch, dass man verhältnismäßig wenig Strom braucht, es sei denn man hat einen Geschirrspüler, Backofen, Waschmaschine und eine Frau, die zum Haare föhnen 3h braucht 😉
      Wenn man etwas bewusst mit seiner Kapazität umgeht, dann funktioniert das also alles ganz gut!
      Ich denke, man ist einfach von den vielen Berichten über Autarkes leben sehr stark beeinflusst…klar, man kann natürlich auch für 25000,-€ sich die Megaanlage mit allen Raffinessen einbauen,aber da habe ich dann lieber einen Generator für 1000,-€ dabei, den ich anschließe, wenn es mal richtig eng wird!
      Mein Motto und meine bisherigen Erfahrungen sagen: „Keep it simple“
      Mit einem 24V System sind wir schon ganz weit vorne mit dabei und alles geht doppelt so schnell wie bei 12V.

      Viele Grüße aus z.Zt. Lanzarote ind kühle Köln 😉

      Michel

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