Die Fahrt nach Tan Tan

Am Abend sind Charline und Karl noch nach Tagahzout gekommen. Sie haben ihren Leihwagen, einen Dacia Duster 4×4 direkt in Marrakesch bekommen und machten sich dann direkt auf den Weg. Etwas Skepsis macht sich bei mir schon breit, als ich das Gefährt gesehen habe. Die Beiden waren allerdings vollends überzeugt die richtige Wahl getroffen zu haben. Mir hingegen ging nur im Kopf herum, ob unser Abschleppseil die vielen Kilometer die ich mutmaßte die Kiste ziehen zu müssen, auch durchstehen würde. Nach einem netten Abend mit Blick auf den Atlantik, verschwanden die Beiden in ihrem Auto, was zu meiner Verwunderung sogar eine phantastische Liegefläche bot, wenn die Sitze umgeklappt wurden. Hm, also etwas Gutes hat die Karre schon mal…

Karlchen & Dacia

Dennoch ließen sich meine Gedanken in Hinblick auf die bevorstehenden Routen und die Anmutung dieses Fahrzeugs nicht in den Schlaf kommen! Gut, dass es YouTube gibt…Also begann ich zu recherchieren und stieß recht schnell auf einen Testbericht. Nach 11 minütigem Video stand fest; Der Dacia kann mehr als ich erwartet hatte; Oder aber Dacia hat viel Geld an die Tester bezahlt!

Egal, es ließ sich ohnehin nicht mehr ändern. Nun mussten wir alle damit leben…so mein Gedanke! Es sollte weniger als 24h dauern, bis ich eines Besseren belehrt würde!

Der nächste Morgen brach an, die erste Tasse Kaffee war gemacht und verdaut, bevor es dann hieß: Auf nach Tan-Tan.

Die Fahrt verlief unspektakulär, da ausschließlich auf Asphalt gefahren werden musst. Was uns allerdings schnell auffiel: Agadir wird immer unschöner und auch der Süden von Agadir, der vor 2 Jahren noch relativ unangetastet gewesen ist, wächst mehr und mehr. Ich empfinde das als wenig schön, da das ursprüngliche Marokko dadurch weniger wird. Man kann sicher zweigeteilter Meinung sein; Vielleicht ist es auch gut für das Land, vielleicht aber auch nicht. Immer wieder spektakulär sind allerdings die „Fahrzeuge“ die die Marokkaner nutzen!

Dokker Transporter
Strohtransporter
Taxistand

Endlich wird die Landschaft karger und die Bevölkerungsdichte lässt nach und Autos werden zu Eseln. Hurra, Willkommen in „meinem“ Marokko. Was noch etwas befremdlich auf mich wirkt ist ein saftiges Grün auf vielen Feldern neben der Straße. Vor 2 Jahren waren noch nicht einmal vertrocknete Pflanzen zu sehen und jetzt blüht alles!? Das sieht erst einmal befremdlich aus, aber ich tröste mich damit, dass es den Bauern und ihren Ziegen, sowie Schafen hilft; Auch wenn ich die karge Landschaft bevorzuge!

Kurz vor Tan-Tan biegen wir von der N1 ab auf eine unbefestigte Straße. Sofort kommen bei mir die Gedanke an den Dacia wieder hoch…mal sehen wie er sich schlägt!? Zu allem Überfluß hat die Karre auch noch stink normale Reifen, deren Profil eher zum Sprit sparen taugt, aber von Geländegängigkeit genau gar nix in die Form gelegt bekommen haben…Naja….

Ich muss nicht lange warten, bis das erste „Sandbett“ kommt. Wir fahren mit Karlchen vor und ziehen schon mal eine Spur! Hinter der kleine Düne warte ich mal zur Vorsicht und lade in Gedanken schon mal ne Schaufel aus. Mein Gedanke ist noch nicht ganz zu Ende gedacht da passiert es auch schon: Der Dacia steht hinter uns, hat das Sandbett mit Bravour gemeistert und signalisiert mit einem zarten Hupen: Es kann weitergehen. ich denke: Ok, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, sortiere den Spaten gedanklich wieder ein und fahre weiter.

Ich möchte an dieser Stelle jetzt nicht jede Hürde beschreiben, die sich uns in den Weg stellte, sondern lediglich bemerken, dass es keine, aber auch gar keine Situation gab, in der der kleine Dacia den Hauch einer Schwäche zeigte! Naja, denke ich mir, wirklich schwieriges Gelände war es ja auch noch nicht. Etwas mehr Überzeugungskraft muss er schon noch leisten.

Um 18:30 Uhr erreichen wir Ksar Tafnidilt; Eine wunderschöne Auberge mit mit tollem Stellplatz.

Ksar Tafnidilt

Wir beschließen den Abend mit einer Tanjine ausklingen zu lassen und fallen wenig später müde ins Bett.

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