Wehmühtig verlassen wir Marokko

Hier sind wir jetzt GPS: 35.891999,-5.494542

Nachdem wir gestern die geliebte Atlantikküste in Taghazuot verlassen haben änderten wir kurzfristig unseren Plan einen Zwischenstopp in Marrakesch einzulegen. Warum auch immer, aber nach den vielen Eindrücken der Marokkanischen Landschaft, verspürten wir irgendwie keine Lust auf eine Großstadt. Ausserdem war es für uns nicht das letzte Mal, dass wir in Marokko waren…

Wir sind dann noch bis ca. 70km hinter Rabatt gefahren und dort auf einem schönen Campingplatz untergekommen.

Heute Morgen ging es dann pünktlich um 8:00Uhr weiter in Richtung Tanger Med zur Fähre. Die Ausreise gestaltet sich deutlich einfacher als die Einreise. Als Erstes muss man sich bei der Fährgesellschaft einchecken  und seine Tickets holen. 

Dann geht’s direkt zur Passkontrolle, die problemlos und schnell geht. Auch der folgende Zoll dauert nur 2 Minuten , ganz im Gegensatz zu den 2h bei der Einreise. Im Anschluss wird das gesamte FZG noch einmal mit einem mobilen Gerät geröntgt.

Das ganze Proceder dauert also weniger als 30min.

Von Schildern und Beamten gut geführt geht’s dann direkt auf die Fähre. Vorher nochmals eine schnelle Passkontrolle . 

Jetzt, wo wir den afrikanischen Kontinent verlassen haben kommt doch etwas Wehmut auf. Die vergangenen Wochen waren so wunderschön und voller neuer Eindrücke (ich weiß, ich wiederhole mich). Wir haben uns an das minimalistische Leben sehr schnell und gut gewöhnt. Wir haben erkannt, dass es sehr wenig braucht, um glücklich und zufrieden zu sein, haben allerdings auch festgestellt , daß dies stark vom Umfeld abhängt. Zurück in Deutschland würde dieses spatanische Leben eher nicht funktionieren. Ich denke es ist aber auch nicht weiter tragisch sein Leben an die Umstände anzupassen, was allerdings nicht heißen muss, dass man sich der Europäischen Konsumgesellschaft vollends hingeben muss. Ich freue mich, dass wir den Spagat immer wieder sehr gut hinbekommen und uns von der „Glitzerwelt“ nicht blenden lassen.

In einem Gespräch heute Morgen, in dem es darum ging worauf wir uns am meisten freuen gab es lustigerweise zwei interessante Wünsche: Marina freut sich am meisten auf eine Badewanne und ich darauf, in der Nacht, wenn der obligatorische Toilettengang ansteht nicht hunderte von Metern durch die Kälte zu den Sanitäranlagen laufen zu müssen und zu frieren. Wir finden das sehr bescheiden….nicht mehr vermisst zu haben.

Auf der anderen Seite muss man jedoch auch zugeben, daß selbst diese sehr spartanische Reise ein Luxus war, den leider nicht jeder erleben kann. Ganz ohne Fleiß also doch kein Preis.

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